Arnika, Berg-Wohlverleih (Arnica montana L.)
Geschrieben am 22. Jan, 2010 von admin in Allgemein
Korbblütler (Asteraceae)
Arnika ist ein schönes Beispiel, wie eine Heilpflanze mit breitestem Wirkungsspektrum bei über 30 verschiedenen Beschwerden und ihrer grenzenlosen Beliebtheit in der Naturheilkunde fast zu ihrer Ausrottung durch Sammler geführt hat und sie unter strengem Artenschutz gestellt werden mußte. Aber nicht nur deswegen sollte man bei Selbstmedikation mit Arnika zurückhaltend sein: Arnika ist leicht giftig und wenn hier überdosiert wird, kann aus der Heilpflanze leicht eine Unheilpflanze werden. Daher ist es sehr empfehlenswert, Arnika-Präparate nur aus Apotheken und Drogerien zu erwerben, weil Arnika hier aus kontrolliertem Anbau stammt und weil bei beachteten Anwendungsvorschriften die Heilpflanze Arnika eine Heilpflanze bleibt.
Botanische Beschreibung
Arnika ist eine ausdauernde, mit horizontal wachsendem Wurzelstock überwinternde, mehrjährige krautige Staude mit einer basalen Blattrosette, aus der jedes Jahr neu ein einfacher bis wenig-ästiger, bis 50 cm hoher Stängel hervorgeht. Die Blätter am Stängel sind länglich, sitzend und gegenständig. Am oberen Ende des leicht verzweigten Stängels findet man 1-5 große, orangegelbe, wohlduftende Blütenkörbchen.
Blütezeit : Juni bis August
Ökologische Beschreibung
Von wenigen Ausnahmen in Nordwestdeutschland abgesehen kommt Arnika nur noch auf Bergwiesen im Mittelgebirge und in den Zentralalpen vor. Hier liebt sie Silikatmagerrasen und Feuchtwiesen. Kalkböden und Nährstoffreichtum meidet sie. Die Pflanze liebt lichtreiche, frische, kühle, saure und stickstoffärmste Standorte. Und wer über solche Standorte im eigenen Garten verfügt, kann sie gestrost anbauen, als Heilpflanze bei sehr vorsichtiger Selbstmedikation nutzen und vielleicht auch in geeignete Standorte (s.o.) seiner Umgebung auswildern und so heilend für den Artenschutz etwas tun.
Verwendung in Naturheilkunde und Phytotherapie
Arnika ist eine der ältesten und beliebtesten Heilpflanzen der Volksmedizin und ihre Heilwirkungen stellen eine Litanei bei über 30 verschiedenen Beschwerden dar. Das verdankt sie dem reichen und hohen Wirkstoffgehalt ihrer duftenden Blütenkörbchen, die nicht nur ätherische Öle mit Azulen und Thymol, sondern auch Isoquercitrin, Astragalin, Luteolin, Arnidiol, Arnifolin, Helenalin u.a. enthalten, die aber auch bei hoher Dosierung Giftwirkung entfalten. Bei richtiger Dosierung sind sie allein oder in Kombination ein wirksames Mittel gegen Fieber und nervösen Störungen, bestimmten Herz- und Kreislaufbeschwerden, Prellungen und Blutergüssen, Verrenkungen und Verzerrungen, Quetschungen und Verstauchungen, Gicht und Rheuma, Riss- und Stichwunden, Gelenk-, Venen-, Mund- und Halsentzündungen. Und Pfarrer Kneipp empfiehlt Gurgeln mit verdünnter Arnika-Tinktur zur Stimmbandkräftigung für Sänger und Redner und – so könnte man hinzufügen – für Lehrer, Pfarrer, Professoren und vorallem für Politiker bei Wahlkämpfen.
Sammeln, Trocknen, Darreichen
Als Heilmittel kommen vorallem Arnikablüten in Frage, die während der Blütezeit von Juni bis August gesammelt und getrocknet werden. Die sicherste Methode zur richtig dosierten äußerlichen und innerlichen Anwendung sind Arnika-Tinkturen. Zur Herstellung von Tinkturen verwendet man 100 g Arnikablüten-Trockenmaterial, das man in einer geeigneten Weithalsflasche mit 500 ml. 70%igem Alkohol durchschüttelt und 1-2 Wochen bei Zimmertemperatur im Dunkeln aufeinander einwirken läßt. Nach Absetzen des Blütenmaterials am Boden der Flasche filtriert man den klaren gelben Überstand und verschließt die so gewonnene Tinktur in einer braunen Flasche. Zur Darreichung kommen dann 1-2 Tropfen Arnika-Tinktur pro Tasse Wasser bei innerlicher Anwendung, 10-15 Tropfen pro Tasse Wasser beim Gurgeln und bei äußerlicher Anwendung (Umschläge oder Einreibung bei Wunden, Prellungen, Zerrungen usw.) Verdünnungen der Tinktur im Verhältnis 1 Teil Tinktur zu 5 Teilen Wasser.
Kontraindikationen
Nicht anzuwenden sind Arnika-Präparate bei Schwangerschaft und während der Stillzeit.- Bei hoher Dosierung treten Vergiftungserscheinungen, wie Hautreizungen, starke Blutdrucksenkungen und in Extremfällen bis hin zu Stillstand von Atem, Kreislauf und Herz auf. Also Vorsicht bei Selbstmedikation mit Arnika !
In Drogerien und Apotheken erhältliche Arnika-Präparate
- Arnika Hevert, Ampullen von Hevert Arzneimittel
