Bärlauch (Allium ursinum)

Bärlauch (Allium ursinum)

Geschrieben am 22. Jan, 2010 von admin in Allgemein

Liliengewächse (Liliaceae)

In vielen Heilkräuterbüchern kommt Bärlauch – wohl wegen der großen Dominanz von Knoblauch – noch gar nicht vor. Und auch im heutigen Bewußtsein gilt Bärlauch eher als Gewürzpflanze zu Beimischungen von Salaten, Soßen, Suppen, Quark und vielen anderen Nahrungsmitteln, obwohl er fast das gleiche Wirkungsspektrum wie Knoblauch enthält, das desinfizierend, krampflösend, blutdrucksenkend und blutreinigend wirkt bei Bronchial- und Darmkartarrhen, chronischen Hautausschlägen, Darminfektionen, Bluthochdruck, Arterienverkalkungen und damit vorbeugend bei Herz- und Hirnschäden, aber uns nicht so riechen läßt wie Knoblauch. Sein gesunder Verzehr hinterläßt keine Geruchsspuren: Bärlauch ist ein Lauch ohne Hauch! Wirksam ist dabei nur frisches Pflanzenmaterial, Zwiebeln stärker als Blätter. Beim Trocknen verlieren sich viele Wirkstoffe. Durch Einarbeiten des frischen Bärlauchmaterials in Butter, Öl, Pesto oder Senf läßt sich die Wirkung konservieren und die Kräuterküche erfährt den Rang einer gesunden Selbstmedikation.

Botanische Beschreibung

Bärlauch ist ein ausdauerndes Liliengewächs mit einer schmal-länglichen Zwiebel ohne Trockenhäute, die bis 15 cm tief im Boden sitzt und reich bewurzelt ist. Aus ihr treiben im zeitigen Frühjahr 2-4 grundständige, langgestielte, breit-lanzettliche parallelnervige spitze Blätter und ein dreikantiger, blattloser, bis 40 cm hoher Stängel hervor. An dessen Ende viele lang-gestielte, weiße, 6zählige Blütensterne mit oberständigem, 3fächrigem Fruchtknoten in Scheindolden stehen. Aus dem Fruchtknoten geht eine 3fächrige Kapsel mit schwarzen Samen hervor

Achtung !

  • Verwechselungsgefahr mit giftigem Maiglöckchen (Blätter mehr blaugrün bereift, Blüten glöckchenförmig, rote Beeren, keine Zwiebel, Vorkommen im Wald).
  • Verwechselungsgefahr mit giftiger Herbstzeitlosen (sehr große Blätter eine große Fruchtkapsel einschließend im Frühjahr, krokusartige Blüten im Herbst, Vorkommen auf Wiesen).

Ökologische Beschreibung

Bärlauch, auch Waldknoblauch genannt, kommt vorwiegend in schattigen Buchenwäldern, Auwäldern, Auen mit tiefgründigen, lockeren, staufeuchten Lehm- und Kalkböden vor und bildet dort oft fast geschlossene Teppiche (Facies) von weißblühenden, knoblauch-duftenden Bärlauchpflanzen im zeitigen Frühjahr aus und gilt als Schattenpflanze mit hohem Nährstoffbedarf.

  • Blütezeit von April bis Juni (Frühblüher),
  • Bestäubung teils durch Fliegen, teils Selbstbestäubung.
  • Samenreife Juni
  • Einzugszeit: Ab Juli sieht man von der ganzen Bärlauchherrlichkeit im Walde nichts mehr.(Pflanzenruhe von Juli bis März)

Verwendung in Naturheilkunde und Phytotherapie

Blätter und in stärkerem Maße die Zwiebeln des Bärlauchs enthalten wie beim Knoblauch u.a. neben Allicin und Alliin Alkylsulfide und Alkylpolysulfide wie Divinylsulfid und Divinylpolysulfid, die als Bestandteile des Bärlauchöls wirksam sind und Bärlauch in seiner Wirksamkeit kaum geringer als die des Knoblauchs bewerten lassen.

Als heilsame Bärlauchwirkungen werden genannt

  • Linderung bei Bronchial- und Darmkartharrhen
  • antibakterielle Wirkung beim Vorliegen pathologischer Darmflora
  • Senkung von Bluthochdruck
  • Vorbeugung von Arteriosklerosen,  und damit Vorbeugung von Kreislaufschäden an Herz und Hirn

Da beim Trocknen von Bärlauch viele Wirkstoffe verloren gehen, kommen nur wässrige oder alkoholische Kaltextrakte von frischem Pflanzenmaterial in Frage, wie Preßsäfte, Tinkturen, Tropfen u.a. oder kulinarische Zubereitungen wie Bärlauchöl, -butter, -pesto, Salatbeimischungen, Brotauflage u.v.a.m..

Sammelzeit für Blätter: März bis April,

Sammelzeit für Zwiebeln: Herbst bis Winter.

Kontraindikationen

Da in Tierversuchen ein uteruswirksamer Effekt von Bärlauch festgestellt wurde, sollte man während der Schwangerschaft und Stillzeit von Bärlauchkonsum absehen und wie bei Knoblauch Kleinkinder vor Bärlauchkonsum bewahren. Auch vor bedenkenlosem Konsum des in Wäldern wild wachsenden Bärlauches ist wegen Kontamination mit Fuchsbandwurmeiern zu warnen. Gegen kontrollierten, leicht zu bewerkstelligenden Anbau von Bärlauch im eigenen Garten ist dagegen nichts einzuwenden, im Gegenteil : Er dient dem erwünschten Natur- und Artenschutz.

Beispiele für Bärlauch-Präparate im Angebot von Apotheken

  • Dr.Pandalis Bio Bärlauch Frischblatt Mastitabs von Naturprodukte Dr.Pandalis GmbH & Co KG, Glandorf
  • Dr.Pandalis Bärlauch Bio Granulat von Naturprodukte Dr.Pandalis GmbH & Co KG, Glandorf
  • Dr.Pandalis Bärlauch Frischblatt Kapseln von Naturprodukte Dr.Pandalis GmbH & Co KG, Glandorf
  • Vital Nutrition Bärlauch Extrakt Tropfen von Vital Nutrition VertriebsGmbH, Wien

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Eine Antwort an “Bärlauch (Allium ursinum)”

  1. Jörg

    07. Mrz, 2010

    Erfreulich, daß Sie durch privaten Anbau von Bärlauch im Garten dem Raubbau in den Wäldern entgegenwirken wollen. Doch ist der Anbau im Garten etwas schwierig, wenn man Saatgut dazu nutzt. Dann dauert es 3-4 Jahre, bis man einigermaßen damit Erfolg hat.
    Besser ist Anbau mit Bärlauch-Zwiebeln.
    Dann ist Erfolg sofort !

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