Echter oder Garten-Salbei (Salvia officinalis L.)
Geschrieben am 22. Jan, 2010 von admin in Allgemein
Lippenblütler (Lamiaceae)
Salbei ist wie die Melisse eine Südländerin aus dem Mittelmeergebiet und kam über die Klostermedizin in unsere Gärten, hat wie das Sanikel nach dem Motto „Nomen est omen“ seine Wirkung als Heilpflanze in ihrem Namen verewigt : lat. sanus = gesund, lat. salus = Heil. Eine universale Heilpflanze, von der sich die alten Ägypter und Römer, Mönche und weise Frauen, Paracelsus und Kneipp bis zur heutigen Volks- und Kräutermedizin Heil und Gesundheit versprachen/versprechen. Je nach Anwendung und Dosierung wirkt Salbei entzündungshemmend, krampflösend, galletreibend, schweißhemmend, verdauungsfördernd und appetitanregend.
Botanische Beschreibung
Der Echte oder Garten-Salbei ist eine ausdauernde, mehrjährige, an der Basis verholzte, and der Spitze krautige, reich verzweigte Staude mit gegenständigen, ungeteilten, lanzettlichen, grau-weiß-filzigen, etwas runzeligen, schwach gekerbten, wohlriechenden Blättern. Die weißen bis hellvioletten Blüten stehen zu 4-10 in mehreren Wirteln übereinander an der Spitze jedes Stängelzweiges.
Blütezeit : Juni bis August.
Ökologische Beschreibung
Als Südländer mag es der Garten-Salbei – obwohl bei uns schon seit Jahrhunderten kultiviert – immer noch lichtreich und warm. Sein Anspruch an Bodenfeuchte und Nährstoffreichtum ist gering. Auf sauren Böden gedeiht er eher schlecht und scheint gekalkte Böden zu bevorzugen. Und oft mißachtet er dies alles und gedeiht, wie es ihm beliebt. Allerdings sollte man Salbeistauden öfters umsetzen, sonst zeigen sie Ermüdungserscheinungen im Wachstum.
Verwendung in Naturheilkunde und Phytotherapie
Die Beliebtheit der Salbeipflanze beruht letztlich auf ihrem reichen und vielfältigen Gehalt an Wirkstoffen, wie Limonen, Pinen, Salven, Campher, Thujon, Borneol, Cineol, Oleanolsäure, Ursolsäure, Sitosterin, Gerbstoffen, Saponine, Bitterstoffen u.a., die je nach Dosis Heilwirkung, aber auch Giftwirkungen zeigen können (wie z.B. das Thujon). Daher ist es nicht verwunderlich, wenn der Handel zurückhaltend mit dem Vertrieb von Salbei-Präparaten zur Selbstmedikation ist. In früheren Jahrhunderten der Volksmedizin war man heilungsgläubiger und setzte Salbei gegen Beschwerden und Krankheiten von Lunge, Leber, Nieren, Haut (Krätze und Ekzeme), Blase und Harnwegsorgane, Gicht und Rheuma, bei Neigung zu Fehlgeburten wie zum Zwecke der Abtreibung gleichermaßen ein.
Von den früher gebräuchlichen Anwendungen sind geblieben
- die Hemmung der Schweißsekretion
- die Hemmung der Milchsekretion nach der Stillzeit
- die antiseptische und adstringierende Wirkung bei Mundspül- und Gurgelmittel zur Bekämpfung von Entzündungen im Mund- und Rachenraum
- der krampflösenden Wirkungen bei Magen- und Darmbeschwerden einschließlich Blähungen
In der Volksmedizin wird die Anwendung von Salbei innerlich noch bei Durchfällen und chronischer Bronchitis, äußerlich zur Heilung schlecht heilender Wunden genutzt.
Sammeln, Trocknen, Darreichen
Gesammelt und getrocknet werden Blätter und Triebspitzen vor der Blütezeit, etwa Mai bis Anfang Juni. Zur innerlichen Anwendung kommen Tees: 1-2 TL frische oder getrocknete Salbeiblätter mit ¼ heißem Wasser überbrühen, 10 Min. ziehen lassen, abseien und 1-3 Tassen pro Tag trinken. Hilft bei Magen- und Darmverstimmungen. Zur äußerlichen Anwendung obiger Tee als kalter Absud : Damit Körperteile einreiben oder abwaschen. Hilft gegen übermäßige Schweißabsonderung an Händen, Füßen , Achseln und bei Nachtschweiß.
Kontraindikationen
Auf keinen Fall sollten Salbei-Präparate während der Schwangerschaft (Gefahr von Abort durch Thujon!) und in der Stillzeit (Hemmung der Milchsekretion!) angewendet werden. Ebenso nicht bei bestimmten Leber- und Nierenleiden, obwohl Pfarrer Kneipp dieses empfiehlt. Hohe Dosen von Salbei zu Abtreibungszwecken endeten oft tödlich für Mutter und Kind.
Beispiele für Salbei-Präparate im Handel
- Klosterfrau Broncholind, Salbei Bonbons mit Vit. C von Klosterfrau Healthcare Group, Köln
