Weißdorn (Crataegus oxyacantha)

Weißdorn (Crataegus oxyacantha)

Geschrieben am 22. Jan, 2010 von admin in Allgemein

Rosengewächse (Rosaceae)

Weißdorn ist eigentlich ein Sammelbegriff der Gattung Crataegus, die sich in viele Sippen aufspaltet, sich aber dem Zweigriffeligen Weißdorn (C.oxyacantha) und dem Eingriffeligen Weißdorn (C. monogyna) gruppenweise zuordnen lassen. Beide Gruppen können jedoch pharmakologisch und therapeutisch gleichbehandelt werden. Alkoholische und wässrige Trocken- und Frischextrakte sind bei bestimmter Dosierung ein vorzügliches Herz- und Kreislaufmittel. Sie verstärken die Herztätigkeit, regulieren den Blutdruck, erweitern die Gefäße, sorgen für die Durchblutung der Herzkranzgefäße, tragen zur Sauerstoffversorgung der Herzmuskulatur bei, stärken das Altersherz und beugen so einem Herzinfarkt vor. Hervorzuheben ist auch die positive Wirkung von Weißdorn bei funktionellen und organischen Herzleiden, Angina pectoris, Herzneurosen, leichten Herzinsuffizienzen, Herzrhythmusstörungen und Herzschwächen nach Infektionskrankheiten und die unterstützende Wirkung bei der Digitalisbehandlung des Herzens sowie deren Ersatz bei Digitalisunverträglichkeit. Wie Melisse und Lavendel wirken Weißdornpräparate beruhigend und entspannend. Trotz dieser vielfältigen Wirkungen sollte auf eine Selbsttherapie verzichtet werden, weil verschiedene Dosierungen oft gegenläufige Wirkungen zeigen.

Botanische Beschreibung

Weißdorn ist ein reich verzweigter, dornig-sparriger Strauch bis Baum, der eine Höhe von 3-10 m erreichen kann. Er besitzt Dornen an Langtrieben und zu Dornen umgewandelte Seitentriebe. Die langgestielten Blätter – ebenfalls an Langtrieben – sind meist 3-5lappig. Die langgestielten fünfzähligen, scheibenförmigen Rosenblüten mit ihren roten Staubbeuteln stehen am Ende von Langtrieben zu mehreren Rispendolden. Aus den Blüten gehen rote beereartige Apfelfrüchte hervor, die mehrere Steinkern enthalten können.

Ökologische Beschreibung

Weißdorn finden wir an Waldrändern, Gebüschen, Wallhecken und sonnigen Felsen auf sommerwarmen, mittelfeuchten, basen- und kalkreichen Böden in ganz Europa von Bergen/Norwegen bis zum Mittelmeer. Weißdorn ist also eine Halblichtpflanze und ein Mäßigwärmezeiger auf armen, selten nährstoffreichen Standorten.

  • Blütezeit Mai bis Juni
  • Bestäubung durch Fliegen und Käfer, selten durch Bienen
  • Fruchtreife ab September, dann Wintersteher, Früchteverbreitung durch Mundwanderung bei Vögeln, durch Darmwanderung bei Säugern

Verwendung in Naturheilkunde und Phytotherapie

Blüten, Blätter und Früchte enthalten ein reiches Kompendium an heilwirksamen Inhaltsstoffen : Vitexin, Hyperosid, Rutin, Quercetin, Quercitrin, Leucocyanidinbiosid, Proanthocyanidine, Cholin, Trimethylamin, Triterpensäuren (Ursol- und Oleanolsäure),Beta-Sitosterine, Gerbstoffe und ätherische Öle. Es fehlen Saponine und Alkaloide. Die Hauptwirkstoffe Proanthocyanidine und Flavonoide (Rutin,Quercetin, Quercitrin) werden durch wässrige oder alkoholische Extraktionen gewonnen und zu Fertigpräparaten verarbeitet. Weißdornpräparate unterstützen die Kreislauffunktion bei nachlassender Leistungsfähigkeit des Herzens. Durch Gefäßerweiterung verbessern sie die Durchblutung der Herzkranzgefäße und erniedrigen den Blutdruck. Im Vergleich mit anderen Herzmitteln liegen Weißdornpräparate in ihrer Wirksamkeit zwischen Digitalispräparaten und Sympatol, unterstützen aber die Digitaliswirkung in synergistischer Weise, vorausgesetzt sie werden in hinreichender Dosis über einen längeren Zeitraum verabreicht.

Sammeln, Trocknen, Darreichen

Blüten und Blätter werden zwischen Mai und Juni gesammelt, Früchte ab September. Wässrige oder alkoholische Extrakte werden von frischem wie lufttrocknem Material gewonnen und zu Tees, Tinkturen, Tropfen,Tabletten, Kapseln oder Dragees bestimmter Dosierung verarbeitet. Je nach beabsichtigter Therapie sollte die Tagesdosis bei Procyanidinen 30-170 mg, bei Flavonoiden 4-20 mg nicht überschreiten.Bei Herzbeschwerden sollte man einen Arzt zu Rate ziehen und von einer Selbstmedikation absehen! Um die beruhigende und entspannende Wirkung von Weißdorn bei Stress, nervösen Störungen, Gereiztheit und Schlaflosigkeit zu nutzen genügt eine Tasse Tee pro Tag über einen längeren Zeitraum: 1 TL getrocknete und gemahlene Weißdornblätter und -blüten mit ¼ L heißem Wasser überbrühen, 10 Min ziehen lassen und filtrieren.

Kontraindikationen

Da Weißdorn weder Alkaloide noch andere schädliche Stoffe enthält, sind Vergiftungen u.a. Nebenwirkungen bei richtiger Dosierung nicht bekannt. Trotzdem sollte man bei Schwangerschaft und Stillzeit vorsichtshalber auf die Anwendung von Weißdornpräparaten verzichten.

Beispiele für Weißdorn-Präparate in Apothekenangeboten

  • Crataegutt R Trockenextrakt von Dr.Willmar Schwabe GmbH & Co KG, Karlsruhe
  • Weißdorn Heilpflanzen Dragees Bad Heilbrunner Naturmittel GmbH & Co KG, Bad Heilbrunn
  • Bad Heilbrunner Herz- und Kreislauftee N
  • Bad Heilbrunner Naturmittel GmbH & Co KG, Bad Heilbrunn
  • Bad Heilbrunner Weißdornblätter mit Blüten Tee
  • Bad Heilbrunner Naturmittel GmbH & Co KG, Bad Heilbrunn
  • Schoenenberger naturreiner Heilpflanzensaft Weißdorn Walter Schoenenberger GmbH & Co KG, Magstadt

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Eine Antwort an “Weißdorn (Crataegus oxyacantha)”

  1. uwe wende

    25. Jun, 2011

    Sehr geehrte Damen und Herren ,
    ich nehme sehr wohl Weissdorn ein und kann nichts
    negatives dazu sagen ! Inzwischen fühle ich mich wohler
    mit Weissdorntabletten als ohne , es wirkt doch ungemein beruhigend ! Mir fällt es sogar schwer , davon
    wieder weg zu kommen ! Daher stehe ich voll zu
    Weissdorn ! Vielen Dank auch für eures schönes Weiss -
    dorn – Foto ! Es gefällt mir sehr gut und schaue es mir
    ab – und zu mal an ! Mit freundlichen Grüssen
    Uwe Wende , Aachen .

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